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Die Bombenanschläge auf Internet-Relaisstationen an der Ostküste versetzen die USA augenblicklich in eine absolute Ausnahmesituation: Die Weltmacht ist abgeschnitten vom Rest der Welt, die Wirtschaft schwer getroffe, und die US-Militäreinheiten im Ausland sind kaum noch zu steuern. Wer steckt hinter den perfiden Anschlägen?

Susan Connor und ihre Geheimdienstkollegen ermitteln unter Hochdruck in alle Richtungen, um den politischen und ökonomischen Gau abzuwenden. Doch plözlich spitzt sich die internationale politische Situation unerwartet und dramatisch zu…

Klingt gut und fing auch gut an. Das Buch startet direkt mit mehreren Explosionen, einem Flugzeugabsturz und dem lahmgelegten Internet…
Ein Charakter fasst das auch schön zusammen:

Das internationale Finanznetz wurde lahmgelegt und unser militärisches Oberkommando schachmatt gesetzt, und zwar einfach nur, indem jemand ein paar unbedeutende und ungeschützte kleine Gebäude auf irgendwelchen Stränden in die Luft gejagt hat? Wir kennen weder die Schuldigen noch ihre Motive. Und es wird im besten Fall einige Wochen dauern, die Schäden zu beheben. Außerdem haben wir keine Ahnung, ob jetzt Schluss mit den Angriffen ist.

So dramatisch es noch in dem Moment klingt, so undramatisch wird die Gesamtsituation im Verlauf des Buches dargestellt.
Ja ein paar Prozent des Datentransfers funktioniert noch…und das reicht um nicht gleich die Situation total zu verschärfen? Ernsthaft?! Da hätte ich mehr Drama erwartet, mehr Kommentare in Richtung Wirtschaft und Sozialverhalten ohne internationales Netz. Die Auswirkungen dessen fehlen praktisch komplett.

Susan und Jimmy, ihr Kollege mit dem jugendhaften,schelmischen Lächeln (so oft wie es erwähnt wird, ist es auch eine Erwähnung im Blog wert) ermitteln dann. Sie erwartet eine Welt der Hacker und der Wissenschaft. Der wissenschaftliche Anteil im Buch ist ganz spannend und könnte fast schon als Science Fiction durchgehen. Sich selbst schreibende Software, elektronische Augen, Robotersekretäre, die übrigens in der Grundeinstellung Asimovs Robotergesetze kennen. Leider klappt das mit den Gesetzen nicht, wenn die unbekannten Täter die Roboter übernehmen. Tja..naja…ist dann eben so…

Nachdem beide zusammen in Boston waren und dort einige Nachforschungen angestellt haben, trennten sich die Wege der beiden Hauptakteure bis zum Ende. Jimmy wurde verletzt und dufte heim zu seiner Frau und Susan ging auf ein Weingut und später die Bahams. So trivial das klingt, so interessant waren einige Gespräche, nur um dann wieder im Sande zu verlaufen, bzw. sich wieder nur auf einen Strang zu konzentrieren. Alles was in dem Buch zählt ist wer hinter den Anschlägen steckt. Anderes hat nicht zu interessieren.
Die Story hat durchaus Potential, nur was den Spannunsgbogen angeht, sollte Richard Clarke vielleicht mal Nachhilfe bei Tania Carver oder bei Matthew Reilly nehmen.
Nichtsdestotrotz ist das Gedankenspiel was passiert, sofern das Internet versagt doch ganz interessant und das Buch bringt gute Aspekte mit. Wer sich nicht daran stört, dass bis auf die beiden Hauptcharaktere und den Hacker Soxster alle anderen Figuren blass bleiben, eigentlich sogar Soxster und Susan, nur Jimmy kriegt etwas mehr Tiefe, und man mehrfach nachdenken muss, wer nun wer war, dürfte hieran seinen Gefallen finden.
Ich war im Nachhinein leicht enttäuscht, da es wirklich richtig gut angefangen hat. Auch die Auflösung am Ende lief fast nebenher. Ja auf den Bahamas ist ein Labor, dort geht was vor sich, der eine Typ steckt hinter allem…ah und es waren doch nicht die Chinesen (das wäre auch zu einfach gewesen…). Aber was lernt man daraus? Wie erholen sich die USA? Wie sind die Folgen der ganzen Geschichte? Was ist mit dem Rest der Terrorzelle? Wo ist der Lerneffekt? Ich kann mich nicht einmal erinnern, ob sie den Oberbösewicht nun festgenommen hatten.

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